In Menschen investieren

20 Jan. 2026 | KI & Bildung, Karriere & Arbeitswelt, Politik & Förderung

Einleitung

Das Weltwirtschaftsforum 2026 in Davos stellt eine einfache, aber weitreichende Frage ins Zentrum: Wie können wir besser in Menschen investieren? Es geht dabei nicht um Sozialromantik, sondern um wirtschaftliche Notwendigkeit. In einer Welt, in der Künstliche Intelligenz Arbeitsprozesse verändert, neue Berufsbilder entstehen und alte Kompetenzen verschwinden, wird Weiterbildung noch mehr zur strategischen Aufgabe für Unternehmen, Staaten und Einzelpersonen.

Genau hier zeigt sich die Bedeutung des Berufsprofils AI Business Specialist mit eidgenössischem Fachausweis. Diese noch junge Qualifikation vermittelt nicht nur technologisches Verständnis, sondern auch die Fähigkeit, zwischen KI-Systemen, Fachabteilungen, Geschäftsleitung und Mitarbeitenden zu vermitteln. Es sind Menschen mit diesem Profil, die jene Brücken schlagen, von denen in Davos gesprochen wird.

Was das WEF unter „in Menschen investieren“ versteht

Das Weltwirtschaftsforum ruft dazu auf, in einer durch Technologie geprägten Welt bewusst auf den Menschen zu setzen. Es geht um den gezielten Aufbau von Fähigkeiten und um das Schliessen der digitalen Kluft. Laut aktuellen WEF-Studien wächst die Nachfrage nach digitalen Fähigkeiten deutlich schneller als diese auf dem Arbeitsmarkt vorhanden sind. Besonders gesucht werden Kompetenzen im Bereich Künstliche Intelligenz, Datenanalyse und Technologieeinsatz.

Gleichzeitig zeigt sich, dass sich rund 40 Prozent der heute geforderten Kompetenzen bis 2030 grundlegend verändern werden. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Mitarbeitende nicht nur produktiv einzusetzen, sondern sie kontinuierlich weiterzuentwickeln. Das WEF betont deshalb die Rolle von lebenslangem Lernen, Weiterbildung und gezielten Umschulungen als Antwort auf den Wandel.

Dabei geht es nicht nur um technische Schulungen. Gefragt ist auch die Fähigkeit, mit Veränderungen umzugehen, Verantwortung zu übernehmen und gesellschaftliche Auswirkungen mitzudenken. Investition in Menschen bedeutet nicht nur Qualifikation, sondern auch Kultur, Verantwortung und Zusammenarbeit aktiv zu gestalten.

Was ein AI Business Specialist tut

In der Schweiz wurde letztes Jahr der eidgenössische Fachausweis „AI Business Specialist“ eingeführt. Er ist eine Antwort auf genau diese Herausforderungen. Der Abschluss qualifiziert Berufsleute, in Organisationen die Einführung, Anwendung und Weiterentwicklung von KI-basierten Lösungen verantwortungsvoll zu begleiten.

AI Business Specialists agieren an der Schnittstelle zwischen Technologie und Geschäftsprozessen. Sie beobachten Trends, analysieren Unternehmensbereiche auf mögliche Einsatzfelder von KI, entwickeln gemeinsam mit Fachspezialisten Lösungsansätze und steuern die Umsetzung bis zur Einführung. Sie begleiten Change-Prozesse, sensibilisieren Anspruchsgruppen und fördern Wissensaustausch und Weiterentwicklung im Unternehmen.

Dabei geht es nicht nur um Projekte, sondern auch um den Menschen im Betrieb. AI Business Specialists identifizieren Weiterbildungsbedürfnisse, initiieren Lernprozesse, schulen Teams im Umgang mit KI und entwickeln Strategien für nachhaltige Veränderung. Sie achten auf ethische, soziale und ökologische Aspekte und tragen so zu einer verantwortungsvollen Digitalisierung bei.

Die Parallelen zum WEF sind deutlich

Wer das Berufsbild des AI Business Specialist mit den Themen vergleicht, die am WEF diskutiert werden, erkennt schnell: Das ist eine praktische Antwort der Schweizer Berufsbildung, wo andernorts von Strategie die Rede ist.

Das Forum fordert, dass KI verantwortungsvoll eingesetzt werden soll. AI Business Specialists helfen Unternehmen dabei, Standards, Richtlinien und ethische Kriterien für den KI-Einsatz zu entwickeln. Es geht um Governance, Datenschutz, Transparenz und Fairness. Das sind alles Themen, die explizit Teil der Ausbildung sind.

Die weltweite Diskussion rund um die sogenannte „Skills Gap“ (die Lücke zwischen gesuchten und vorhandenen Kompetenzen) wird durch AI Business Specialists adressiert. Sie fördern den internen Austausch, bauen Multiplikatoren-Netzwerke auf und sorgen dafür, dass Menschen im Unternehmen weitergebildet und mit neuen Technologien vertraut gemacht werden. Dadurch werden Mitarbeitende aktiv in die Transformation einbezogen.

Auch in Bezug auf Resilienz und Wandel leisten sie einen Beitrag. Veränderung ist nicht nur eine technische, sondern auch eine kulturelle Herausforderung. AI Business Specialists moderieren diesen Prozess, erkennen Widerstände und fördern eine lernbereite Haltung innerhalb der Organisation.

Warum das jetzt wichtig ist

Die Dynamik im Bereich Künstliche Intelligenz ist hoch. Technologien entwickeln sich schneller, als Organisationen sie sinnvoll einführen können. Damit KI nicht an Menschen vorbeientwickelt wird, braucht es Fachkräfte, die Technik und Mensch zusammenbringen. Das WEF nennt das „Responsible AI Deployment“. In der Praxis bedeutet das: Unternehmen müssen nicht nur die richtigen Systeme einführen, sondern auch die richtigen Menschen weiterbilden, begleiten und befähigen.

Der AI Business Specialist ist ein konkretes Beispiel dafür, wie man das WEF-Motto „in Menschen investieren“ umsetzen kann. Unternehmen, die diese Rolle ernst nehmen und fördern, stärken nicht nur ihre Innovationskraft, sondern auch ihre Widerstandsfähigkeit. Sie schaffen Lernkulturen, die Mitarbeitende befähigen und binden. Sie gestalten Wandel nicht reaktiv, sondern aktiv.

Für Berufsleute ist der Fachausweis AI Business Specialist eine Chance, in einem zukunftsträchtigen, sinnstiftenden Berufsfeld Fuss zu fassen. Man wird nicht nur zur Expertin oder zum Experten für KI, sondern auch zur Vertrauensperson, zur Gestalterin und zum Vermittler zwischen Fachbereich und Technologie. Es ist eine Rolle mit Zukunft.

Eine tragende Rolle

Das Weltwirtschaftsforum hat mit der Frage „Wie können wir besser in Menschen investieren?“ ein Thema in den Mittelpunkt gerückt, das weit über Davos hinaus Bedeutung hat. Es geht dabei nicht um Konzepte für Eliten, sondern um konkrete Herausforderungen für Unternehmen, Bildungsanbieter und Berufsleute.

Der AI Business Specialist mit eidgenössischem Fachausweis zeigt, wie sich Investitionen in Kompetenzen und Technologie sinnvoll verbinden lassen. Die Ausbildung steht für eine praxisnahe Umsetzung dessen, was international diskutiert wird: Lernbereitschaft fördern, Verantwortung übernehmen, KI gezielt und reflektiert einsetzen.

Die Verbindung von Weiterbildung, Anwendungskompetenz und ethischer Reflexion macht diese Rolle zu einer tragenden Funktion in der Arbeitswelt von morgen.

Quellen

World Economic Forum: How can we better invest in people?
WEF Future of Jobs Report
Wegleitung AI Business Specialist

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